TVK-Trainer Andrei Burlakin im Interview

Zum Saisonstart der Badenliga 2011/12

Frage: Im Frühjahr hat die Nachricht ihrer Rückkehr zu ihrem langjährigen Verein, TV Knielingen,  für viel Aufsehen gesorgt.  Für Sie eine Reise die Vergangenheit?
Burlakin: Mein sportlicher Weg hat mich wieder nach Hause zurück geführt. Den Wechsel nach zwölf Jahren TVK, zu einem anderen Verein, habe ich nie bereut. Für mich war es sehr wichtig etwas Neues zu versuchen. Ein andres Umfeld und neue Erfahrungen haben mich sportlich und menschlich weiter gebracht. Dies wird mir nun sicher helfen den TVK weiter nach vorne zu bringen. Die Badenliga ist ein großer Sprung gegenüber der Landesliga. Aber diese Herausforderung wollen wir gemeinsam annehmen.

Frage: Wie beurteilen Sie die Verstärkungen?
Burlakin: Durch die Unterstützung der Sponsoren ist in Knielingen nun viel mehr möglich, als es dies in meiner ersten Zeit beim TVK der Fall war. Mit der Überzeugungskraft von Alex Mikhail und mit seiner Fähigkeit den Spielern auf den Zahn fühlen zu können, ist es uns gelungen eine gute Mannschaft zusammen zu stellen. Gezielt wurde die Mannschaft verstärkt. Sie besteht aus einer guten Mischung, mit erfahrenen und jungen Spielern, die alle sehr ehrgeizig sind. Mit Kevin Senn im Rückraum und Spielmacher Ilya Burlakin sind zwei junge Akteure hinzugekommen, die mit der A-Jugend der SG Kronau/Östringen die Deutsche Meisterschaft gewannen. Jonas Metz kommt am Kreis zum Einsatz und mit Adam Langer haben wir einen Abwehrorganisator der im Angriff unsere linke Seite verstärkt. Rückraumspieler Daniel Schunk hat ein Jahr in der 3. Liga gespielt und hat eine entsprechende Qualität. Mit Tim Miller auf Rechtsaußen kommt ein junger Spieler nach Knielingen zurück, der bei der TGS Pforzheim  eine gute Ausbildung erhalten hat.

Frage: Sechs neue Spieler. Kann das gut gehen?
Burlakin: Für Knielingen ist es eine außergewöhnliche Situation, dass so viele Neuzugänge  zum TVK kommen. Das ist auch besonders für diejenigen, die da sind und in die Badenliga aufgestiegen sind, eine neue Situation. Meine wichtigste Aufgabe besteht darin, aus den Spielern eine Mannschaft zu formen. Ich habe gleichwertige Spieler zur Verfügung, die durchweg keine Ergänzungsspieler sind. Daraus ergibt sich die Möglichkeit das Spiel schneller, dynamischer und intensiver zu gestalten. Dies gilt ausdrücklich für die Spielkomponenten Abwehr, Umschalten von Abwehr auf Angriff – um viele leichte Tore zu machen - und Angriff.

Frage: Ist die Konkurrenz im Team leistungsfördernd?
Burlakin: Die Spieler sollen eine gesunde Konkurrenz annehmen und auch Teamgeist zeigen. Jeder muss sich dabei in den Dienst der Mannschaft stellen, aber ebenso eigene Chancen nutzen. Der Erfolg des Teams steht im Vordergrund und da will ich auch keinen Egoismus sehen. Dazu gehört auch die Selbstkritik an einem schlechten Tag dem Mannschaftskollegen den Vortritt zu lassen und sich über den Mannschaftserfolg zu freuen. Keiner kann über die gesamte Saison konstant Topleistungen abrufen. Deswegen sind alle wichtigen Positionen, vor allem im Rückraum, mehrfach besetzt.

Frage: Wie schwer wiegt das Fehlen von Hannes Abt, der in der vergangenen Runde der Top-Spielmacher der Landesliga Süd war?
Burlakin: Ein Wehrmutstropfen ist der verletzungsbedingte Ausfall von Hannes schon. Er wird uns frühestens in der zweiten Saisonhälfte helfen können. So müssen andere Spieler auf der Spielmacherposition aushelfen. Aber insgesamt dürfen wir nicht in eine Lage kommen, in welcher der Erfolg nur von einem Spieler abhängt.

Frage: Sie gelten als Verfechter einer kompromisslosen Abwehrarbeit?
Burlakin: Das ist richtig. Im Angriff gewinnt man Spiele, aber in der Abwehr die Meisterschaft. Vorne kann man mal Pech haben, aber vor dem eigenen Tor muss der Gegner aktiv bekämpft werden. Das hat dann nichts mit Glück zu tun, sondern mit Wille und Einstellung.

Frage: Was können die Handballfans der Region von ihrer Mannschaft erwarten?
Burlakin: Zunächst braucht diese neu zusammengestellte Mannschaft die Geduld der Fans. Wir haben willige Spielertypen, die hoch motiviert sind und sich voll einsetzen werden. Wir wollen einen modernen attraktiven Handball bieten und die Auftritte in der Halle zu einem Event werden lassen, dass die Zuschauer mit Vorfreude in die Halle kommen. Das kritische Knielinger Fach-Publikum, das ich noch aus der Vergangenheit gut kenne,  will überzeugt werden. Die Leute wollen uns kämpfen sehen und sind dann auch da, wenn die Mannschaft die Unterstützung von der Tribüne braucht. Da wollen wir wirklich eine Begeisterung entfachen, die uns auch in schwierigen Situationen trägt. Die Mannschaft wird jedenfalls alles geben.

Foto: Andreas Arndt

Mit freundlicher Genehmigung von Thomas Holstein - TV Knielingen.