Stellungnahme Supporters Karlsruhe zu den Vorfällen in Sandhausen

Die Polizei Mannheim sprach hierbei, bspw. gegenüber Sport1, von "intensiveren Kontrollen", die sich als nichts anderes als sogenannte Nackt- oder Ganzkörperkontrollen herausgestellt haben.

Auch die Würde eines Fußballfans ist unanTASTBAR. Darum ist diese Art der Kontrolle für uns in keinster Weise akzeptabel.

Der SV Sandhausen als Hausherr erlaubte, dass auf deren privatem Gelände entsprechende Nacktkontrollen durch den Sicherheitsdienst erfolgten.

Dem Fanprojekt Karlsruhe sowie uns als Supporters liegen hierfür mehrere Berichte betroffener Personen vor bzw. wir selbst waren nah am Ort des Geschehens. Willkürlich wurden einzelne Personen ("Kind & Kegel") nach den normalen Einlasskontrollen herausgezogen und in den aufgebauten Zelten der Ganzkörperkontrolle unterzogen.

Die Rahmenbedingungen sind gleichwohl als grenzwertig zu bezeichnen. Mehrere sich untereinander fremde Personen wurden dazu aufgefordert sich in einem nicht blickdichten Zelt, barfuß auf blankem Boden voreinander zu entkleiden. In Einzelfällen liegen uns Beschwerden vor, bei denen sich die Kontrolle bis in den Intimbereich bewegte. Eine Aufklärung der Betroffenen über deren Rechte erfolgte nicht.

Für uns sind Ganzkörperkontrollen ein rechtswidriger, massiver Eingriff in die persönlichen Grundrechte.

Selbst die Justiz spricht in Urteilen zu Nacktkontrollen gegenüber Fußballfans (Bsp: Urteil OVG Saarland 3R9/06 6K74/05) von einem Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und das Recht der allgemeinen Handlungsfreiheit.

Den anzuwendenden Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, dem bspw. die Polizei verpflichtet ist, können wir hierbei ebenfalls nicht erkennen. Dienen solche Ermittlungsmethoden dem Grunde nach der Verhinderung schwerster Straftaten wie Terrorismus.

Wir selbst prüfen derzeit Möglichkeiten rechtlich gegen die Verantwortlichen vorzugehen und rufen in diesem Zusammenhang die von den Ganzkörperkontrollen betroffenen Personen dazu auf, sich juristischen Rat einzuholen und vor allem sich offiziell beim SV Sandhausen sowie dem Verband (DFB/DFL) zu beschweren. Gerne stehen auch die Sozialarbeiter des Fanprojektes sowie wir als offizieller Dachverband beratend zur Verfügung.

Der SV Sandhausen hat sich wieder einmal alles andere als gastfreundlich gezeigt.
Hat er außerdem bereits im Vorfeld durch das Verbot von fast allen Fanutensilien im Gästeblock für viel Kopfschütteln in unserem Kreis gesorgt. Denn selbst Kleinkindern wurde die Mitnahme von KSC-Fahnen vor Ort untersagt, was von mangelndem Fingerspitzengefühl des Ordnungsdienstes zeugt.

Am Ende war somit nicht nur das Ergebnis und das Auftreten der Mannschaft, sondern das gesamte Fußballerlebnis auf und neben dem Platz mehr als indiskutabel.

Von den Supporters Karlsruhe