Ringer des SV Germania Weingarten nach Sieg in Mainz neuer Tabellenführer

Unterstützt von weit über 100 mitgereisten Fans haben die Germanen die Tabellenführung in der Bundesliga West zurückerobert! An einem rundum gelungenen Abend triumphierten die Schützlinge von Trainer Frank Heinzelbecker beim bisherigen Spitzenreiter ASV Mainz 88 überraschend deutlich mit 25:13.

Sowohl auf, als auch neben der Matte gaben die Weingartener in der Sporthalle „Am großen Sand“ klar den Ton an. Schon beim Blick auf die Mannschaftsaufstellungen wurde aber eines klar: die Germanen waren auf alles vorbereitet, die Mainzer hatten nicht alles probiert. So fehlte bei den 88ern beispielsweise der georgische Griechisch-römisch-Spezialist Kemal Kharabadze und auch Freistiler Salvatore Rinella war nicht mit an Bord. Der SV Germania hingegen hatte sein derzeit stärkstes Team aufgeboten und erwischte einen Start nach Maß. Florin Gavrila hatte mit Nachwuchsringer Kevin Grasmann jedenfalls keinerlei Probleme und feierte einen souveränen Schultersieg in der zweiten Runde.

Auch Johannes Kessel bestätigte seine momentane Topform und bezwang mit Kevin Schwäbe einen Konkurrenten aus dem deutschen Nationalteam. In der zweiten Runde gelangen dem Youngster sogar fünf Wertungspunkte, am Ende freute er sich über ein verdientes 3:1 und seinen insgesamt neunten Saisonsieg. Super, „Hannes“! Marcel Ewald und der Franzose Lokman Kaplanbaba lieferten sich unterdessen ein Duell auf absolutem Weltklasseniveau. Hier wurde jeder einzelne Punkt hart erkämpft und mit aller Macht verteidigt. Letztlich behielt der Germane dann in vier Runden die Oberhand und sorgte so für eine beruhigende 10:2-Führung der Gäste.

Die erste Niederlage des SVG an diesem Abend kassierte anschließend Rolf Linke. Gegen den Italiener Daigoro Timoncini hatte „Rollo“ lange richtig gut mitgehalten und keine einzige Aktion zugelassen. Eine absolut lächerliche 3er-Wertung am Ende der vierten Runde bescherte seinem Widersacher im Mainzer Trikot dann aber doch noch einen 3:1-Erfolg. Ionut Panait holte die verlorenen Punkte aber umgehend wieder zurück und zeigte gegen Wladimir Behrenhardt eine bärenstarke Leistung. 5:0, 1:0 und 4:0 hieß es nach drei einseitigen Runden und so verpasste der Rumäne nur um Haaresbreite einen Überlegenheitssieg.

Konstantin Völk hingegen fand in Stefan Georghita seinen Meister. Der Rumäne in Diensten des ASV siegte verdient mit 3:1 und demonstrierte einmal mehr seine technische Klasse. Georghita schaffte es allerdings auch diesmal nicht, fair zu bleiben und ließ sich zu absolut unnötigen Provokationen des Weingartener Anhangs hinreißen. Ringsport vom Feinsten boten unterdessen Gergö Wöller und sein rumänischer Widersacher George Bucur. Vier Runden lang schenkten sich die beiden Sportler keinen Zentimeter, am Ende jubelte der ungarische Neuzugang des SV Germania über einen hart erarbeiteten 3:1-Erfolg. Adam Juretzko musste erneut den Platz im 84 kg-Limit einnehmen und traf auf den französischen Topathleten Christophe Guenot. Der 3:0-Sieg des Mainzers war sicherlich verdient, fiel letztlich wohl aber doch etwas zu hoch aus. In der zweiten Runde freute sich Juretzko jedenfalls schon über eine sicher geglaubte 3:0-Führung, ehe ihn der WM-Dritte von 2007 überraschte und den Spieß noch umdrehte. Wieder einmal klasse gekämpft Adam, aber das darf einfach nicht passieren! Ionel Puscasu erfüllte seine Aufgabe unterdessen problemlos und gab dem früheren Germanen Hamid Moktharzadeh mit 3:1 das Nachsehen. Nur sehr schwer zu beschreiben ist der abschließende 4:0-Erfolg von Andrej Stadnik. Der amtierende Europameister und Vize-Olympiasieger ringt technisch einfach in einer anderen Welt und machte gegen den chancenlosen Steven Gottschling unfassbare 23 Punkte, um ihn dann auch noch auf beide Schultern zu legen.

In der Tabelle der Gruppe West haben die Germanen dank diesem überzeugenden 25:13-Erfolg in Mainz wieder den Platz an der Sonne eingenommen.

Text von Christoph Lother