Reifendefekt lässt Titeltraum platzen - Daniel Voitl trotz Erkältung bei Mountainbike-EM auf Platz 6

Remchingen. (ver) - Bei extremer Hitze wurden in Statteg bei Graz vom 16.-19.09. die ersten Jugend-Europameisterschaften im olympischen Cross Country Mountainbikesport ausgetragen.

Angereist waren 264 Jugendliche der Klassen U15 und U17 aus insgesamt 20 Nationen.  Für das Team der deutschen Nationalmannschaft U17, bestehend aus zwei Jungen und einem Mädchen, war der Pforzheimer Daniel Voitl  mit am Start. Obwohl derzeit in Topform, war man mit gedämpften Erwartungen angereist, da ihm und seinen  Teamkollegen der Ländervergleich in Frankreich eine Woche zuvor  noch in den Knochen steckte und er zudem noch mit einer Erkältung zu kämpfen hatte.

Am ersten von vier Wettkampftagen stand das Staffelrennen an, bei dem sein Kollege Lukas Baum aus der dreiköpfigen Führungsgruppe heraus an das Mädchen Anika Buhl übergab. Diese fiel gegen einige Jungs im Feld auf Platz sieben zurück. Daniel Voitl konnte dann als Schlussfahrer  wie schon in Frankreich einige Plätze gut machen und brachte das Team auf Platz drei ins Ziel.

Motiviert durch diesen Podiumsplatz ging es am zweiten Wettkampftag in den Kombinationswettbewerb, bei dem zunächst am Vormittag ein schwieriger Geschicklichkeitskurs zu bewältigen war, nach dessen Ergebnis die Startaufstellung zum Cross Country-Rennen im Jagdstartmodus aufgestellt wurde. Voitl erreichte hier sehr gute 23 von 24 möglichen Punkten. In dem 45minütigen Rennen konnte er seine Stärke auf dem technisch schwierigen und steilen Kurs nutzen und einen hervorragenden zweiten Platz in der Einzelwertung einfahren und stand nun auf Platz 2 der Gesamtwertung.

Von allen Teilnehmern am meisten gefürchtet war der dritte Tag mit dem X-large Rennen. Auf einem erweiterten Kurs mit 1000 Höhenmetern Gesamtanstieg musste quasi ein Kurzmarathon im Renntempo bewältigt werden, der eine materialmordende Abfahrt durch grobes und teilweise scharfkantiges Gestein beinhaltete. Schon im Training gab es hier viele Reifenschäden und Raddefekte. Entsprechend wurden die Bikes von den Teams gegen alle Eventualitäten so gut wie möglich vorbereitet. Daniel Voitl gelang es, sich in der ersten der zwei Runden mit einer vierköpfigen Spitzengruppe etwas vom Feld abzusetzen und anfangs der zweiten Runde sogar auf Platz zwei zu fahren, als plötzlich im langen Anstieg der Hinterreifen und mit ihm der Traum vom bis dahin greifbar nahen Europameister-Titel platze. Um jede Chance zu nutzen, schob Voitl nun sein Bike 180 Höhenmeter bergauf und fuhr dann auf dem platten Reifen bis zum Servicebereich am Berggipfel, wo er als Vierzehnter ankam. Mit neuem Hinterrad ging es auf die Abfahrt Richtung Ziel und er konnte sich nochmals bis auf Platz 11 nach vorne arbeiten. Aber die Glücksfee war ihm an diesem Tag nicht hold, denn der Schnellspanner hatte sich auf der Abfahrt gelockert und im Sprint Richtung Ziel löste sich das Hinterrad. Kurzentschlossen schulterte Voitl nun sein Bike und rannte zum Ziel,  wurde dabei aber noch von einigen Konkurrenten überholt und musste sich schließlich mit dem 16. Platz zufrieden geben. Entsprechend groß war die Enttäuschung, wäre er doch mit einem Platz unter den ersten Vier als Führender der Gesamtwertung in den letzten Wettkampftag gegangen, so aber fiel er auf Platz 7 zurück.

Am Schlusstag stand nochmals ein Cross Country-Rennen auf dem Programm. Allen Teilnehmern waren bei Temperaturen von 34 Grad die Strapazen der vergangenen Tage deutlich anzumerken. Voitl erkämpfte sich einen sehr guten 8. Platz und musste schließlich völlig erschöpft seiner angeschlagenen Gesundheit Tribut zollen. Team Deutschland mit Daniel Voitl belegte in der Teamwertung Platz 3, wodurch er seinen dritten Podiumsplatz errang. Obwohl er in der Einzelwertung mit dem sechsten Platz deutlich die Erwartungen bei der Anreise übertraf, gilt es nun die Enttäuschung nach der geplatzten Titelchance zu verarbeiten.  Mehr zur EM unter www.bike09.at

Mit freundlicher Genehmigung von Jürgen Simon - Bike Riders Remchingen.