Quentchen Glück fehlt - SVG beendet Saison erneut als Vize- Meister

Weingarten. (ver) - Der SV Germania Weingarten wurde am vergangenen Wochenende zum dritten Mal in Folge Deutscher Vize-Meister. Der 12:8-Sieg gegen den ASV Nendingen reichte zwar aus, um das Gesamtergebnis aus Hin- und Rückkampf auszugleichen, aufgrund der Einzelsiege (9:11) geht der Titel jedoch zum dritten Mal in Folge nach Nendingen.

Schon vor der öffentlichen Waage um 18:45 Uhr herrschte große Anspannung in der Mineralix-Arena. Aufstellungsmöglichkeiten wurden diskutiert und endlos viele Spekulationen in den Raum geworfen. Tatsächlich gab es einige verdutzte Gesichter zu sehen, während Ralph Oberacker die zehn Einzelpaarungen moderierte. Die Mannschaft der Germanen war personell unverändert gegenüber der im Hinkampf ins Rennen geschickten Staffel. Lediglich innerhalb der vom Stilartwechsel betroffenen Gewichtsklassen (57/61kg und 98/130kg) gab es Wechsel. Die Nendinger waren es, die an der Waage für einige dicke Überraschungen sorgten. Weltmeister und Vorzeigeathlet des ASV, Frank Stäbler (75kg greco), erschien krankheitsbedingt nicht. Für ihn schickte man Eduard Kratz ins Rennen, welcher seine Bundesliga-Karriere eigentlich schon vor zwei Jahren beendet hatte. In der Klasse bis 61kg Freistil startet Ex-Germane Tulbea mit sogenanntem N6-Status (zählt als Deutscher nach sechs Jahren nachgewiesenem Aufenthalt in Deutschland), während er eine Woche zuvor noch als Ausländer startete. Somit konnten die Nendinger anstelle von Benjamin Raiser im 66kg griechisch-römisch Daniel Cataraga auf die Matte schicken.

19:15 Uhr, Vorprogramm sind die Turnermädels des TSV Weingarten. Das Eventzelt vor der Mineralix Arena ist restlos ausverkauft. Nach dem Einlauf der Athleten und dem Schiedsgericht erheben sich die 2.500 Zuschauer zur Deutschen Nationalhymne. Hauptsponsor Thomas Disch greift zum Mikrofon und erklärt auch im Namen einiger anderer Sponsoren die Fortführung seines Engagements, mit Hinblick auf den schweren Schlag durch den Diebstahl aus den Geschäftsräumen der Germania. Die Fans hüllen mit einer Choreographie aus Folie und Fahnen eine der vier Tribünen in die SVG-Farben schwarz-rot.

Im ersten Kampf des Abends bestätigte Roman Amoyan seine Leistung der vorigen Woche und besiegt im 57kg griechisch-römisch den Nendinger Ciobanu nach 4:50 Minuten technisch überlegen. Ein gelungener Start für die Germanen, die vier Punte Rückstand aus dem Hinkampf sind schon nach einem Kampf eingeholt. Auch Schwergewicht bis 130kg gelang Nurov wieder ein 1:0- Sieg gegen Victor Ceban. Im Limit bis 61kg traf in einem der Schlüsselkämpfe Vladimir Egorov auf Ghenadie Tulbea. Er konnte den Sieg aus dem Hinkampf nicht wiederholen, verlor denkbar knapp und aufgrund einer Wertung in den letzten Sekunden mit 0:1. Im Limit bis 98kg im griechisch-römischen Stil folgte dann die erste Deutsch-Deutsche Begegnung des Abends. Ramsin Azizsir rückte für den verletzten Mannschaftskapitän Oliver Hassler eine Gewichtsklasse auf und kämpfte gegen seinen Nationalmannschaftskollegen Peter Öhler. Die erste Hälfte dominierte Azizsir und konnte durch einen spektakulären Überwurf aus der Kopfklammer sogar mit einer 5:0-Führung in die Pause gehen. In der zweiten Hälfte wurde der Nendinger aktiver und schickte Azizsir in die Bodenlage. Er punktete mit einem sauberen Wurf sowie durch eine spätere Passivitätsverwarnung und konnte den Kampf mit 5:6 Punkten für sich entscheiden. Im letzten Kampf vor der Halbzeitpause traf Publikumsliebling Ionut Panait auf den Nendinger Daniel Cataraga. Der Mann vom ASV fand gegen einen abermals unermüdlich kämpfenden Panait keine Mittel. "Johnny" bestätigte seine starke Form und steuerte zwei Punkte aufs Mannschaftskonto bei. Zur Halbzeit stand es also 7:2 für den SV Germania.

Nach der Pause hatte William Harth die Chance zur Revanche. Abermals traf er auf Piotr Ianulov, welchem er im Hinkampf mit 2:0 Punkten unterlag. Es gelang ihm, den Kampf eng zu gestalten, dennoch musste er sich mit 1:2 Punkten ganz knapp geschlagen geben. Auch Anatoli Guidea glückte keine Revanche, er musste sich mit 1:9 Punkten dem Nendinger Freistilspezialisten Yowlys Bonne Rodriguez geschlagen geben. Auch Neuzugang Jan Rotter, im Team für den eine Gewichtsklasse aufgerückten Azizsir, fand gegen Florian Neumaier keine Mittel, um zu Punkten zu kommen. Das zweite Deusch-Deusche Duell entschied Neumaier mit 0:3 Punkten für sich, sodass es nach acht Kämpfen 7:8 (Gesamtergebnis nach Vor- und Rückkampf: 14:19) für Nendingen stand.

Die Hoffnung auf den dritten Titel der Vereinsgeschichte schwanden, doch während die mitgereisten Nendinger schon feierten, drehte "Commander" Adam Juretzko richtig auf. Er besiegte Eduard Kratz mit 8:0 Punkten und schaffte die Vorlage für Schlussringer Georg Harth. Mit dem selben Ergebnis würden die Weingartener Deutscher Mannschaftsmeister werden. "Jaba" sammelte Punkt um Punkt und führte eine Minute vor Ende mit 6:0. Er kämpfte aufopferungsvoll gegen den extrem defensiven Samet Dülger, konnte aber die letzte ausschlaggebende Zweierwertung nicht mehr holen.

Nach beiden Finalkämpfen stand es also 19:19 unentschieden. Der ASV Nendingen wurde aufgrund mehr Einzelsiegen (11:9) Deutscher Mannschaftsmeister.

Mit freundlicher Genehmigung von Thomas Reuter