Koen van der Biezen im Interview

Koen van der Biezen ist beim Karlsruher SC längst zu einem der wichtigsten Spieler geworden und somit ein wichtiger Bestandteil des Teams. Im folgenden Interview spricht der Stürmer über die Weltmeisterschaft in Brasilien, sein Lieblingsteam in den Niederlanden und natürlich über den KSC.

Die Weltmeisterschaft in Brasilien ist mittlerweile vorüber. Deutschland konnte am Ende den vierten Titel holen. War der Titelgewinn am Ende verdient?

Das ist für einen Holländer nicht einfach zusagen, aber ich glaube ja. Deutschland hatten den überragenden Torhüter und dazu eine enorme individuelle Qualität gepaart mit Teamgeist. Das Mittelfeld hat aus meiner Sicht am Ende den Unterschied gemacht.

Als Niederländer hast du deine Daumen sicherlich auch für die Elftal gedrückt. Ist man in den Niederlanden mit dem Abschneiden der Nationalmannschaft zufrieden?

Ja. Vorher hatten alle damit gerechnet, dass wir nach der Gruppenphase eventuell schon wieder raus sind. Jetzt sind wir am Ende Dritter geworden, damit sind wir absolut  zufrieden.

Du selbst stammst aus Nuland. Kamst dann über die Jugendabteilung nach Utrecht und hast anschließend für Den Bosch und die Go Ahead Eagles gespielt. Auch wenn du nach deiner Station bei Cracovia Krakau nun das Trikot des KSC trägst, für welchen Klub schlägt dein Herz in der Heimat? Und verfolgst du die Spiele in den Niederlanden?

Für den PSV Eindhoven, und das von Kindesbeinen an. Um mich herum waren alle für Ajax Amsterdam – außer eben mir. Geschwärmt habe ich früher Ronaldo, und später dann für Ruud van Nistelrooy.

Ein kurzer Blick zurück auf die Saison 2012/2013. Der KSC startete katastrophal in die 3.Liga. Nach sechs Spieltagen hatte man noch kein Spiel gewonnen. In dieser Zeit wurde die Verpflichtung von Koen van der Biezen bekannt gegeben. Was waren die damaligen Gründe für einen Wechsel nach Karlsruhe?

Ich hatte zu dem Zeitpunkt keinen Verein und habe mir dann ein KSC-Spiel angeschaut und Gespräche geführt mit Trainer und Sportdirektor. Auch die Stadt und alles drumherum hat gepasst. Rückblickend war es eine gute Entscheidung.

Nach 15 Treffern in der 3.Liga und acht Treffern im ersten Jahr in der zweiten Liga wurden die Stürmerqualitäten längst nachgewiesen. Deshalb hast du dich in das Herz vieler KSC-Fans geschossen. Die Ultras haben längst eine Fahne mit deinem Namen und der Spielernummer beschriftet. Wie siehst du die Karlsruher Fan-Szene? Bekommt man als Spieler  viel von den Fans während eines Spieles mit oder ist man zu sehr auf das Geschehen auf dem Platz fokussiert?

Die Fans unterstützen nicht nur mich super, sondern die gesamte Mannschaft. Du bekommst nicht alles im Spiel immer mit, weil du konzentriert bist, aber das Wichtigste auf alle Fälle.

Der Kader des KSC hat sich für die Spielzeit 2014/2015 kaum verändert und man musste keinen großen Umbruch verzeichnen wie in den vergangenen Jahren. Deshalb kann man durchaus mit Zuversicht in die neue Saison blicken. Welche Ziele sind für den KSC in dieser Saison realistisch? Was sind die persönlichen Ziele?

Wir wollen ein guter Zweitligist sein und uns weiterentwickeln. Ich selbst habe mir auch Ziele gesetzt, aber die behalte ich für mich. Wenn am Ende abgerechnet wird. Als Torjäger geht es immer darum, Tore zu schießen.

Der Vertrag läuft zum Ende der Saison aus. Kannst du dir noch einige Jahre in Karlsruhe vorstellen?

Ja, ich kann mir das vorstellen, der Verein muss ja aber auch noch sagen, was er will. Wir setzen uns zusammen, wenn es soweit ist - die Saison hat ja aber gerade erst angefangen.

Welche Pläne gibt es nach dem Karriereende?

Ich werde zurück in die Niederlande gehen - und dann sehen wir weiter.