Interview mit Maximilian Wolf

Das Interview mit Maximilian Wolf, dem Abteilungsleiter der KIT SC Engineers, lässt die Saison der Engineers Revue passieren und zeigt einen Ausblick auf die neue Saison.

 

Einmal ganz allgemein: Wie zufrieden bist du mit der vergangenen Saison gewesen?

Wir konnten unsere erste Saison nach der Gründung im Sommer letzten Jahres ohne eine einzige Niederlage abgeschlossen, wir hatten also die oft beschriebene „Perfect Season“. Sportlich gesehen könnte man da also fast nicht zufriedener sein.

Die Jugend konnte in der zweithöchsten Spielklasse einen beachtlichen dritten Platz erzielen. Das war für die leider recht geringe Kadertiefe eine großartige Leistung mit der ich sehr zufrieden bin. Besonders wegen der Siege im Karlsruhe-Derby bin ich sehr stolz auf die Jungs!

Außerhalb des sportlichen Bereichs haben wir mit der Physiotherapiepraxis Balter einen großartigen Hauptsponsor und Partner für uns gewinnen können, der den Mut aufgebracht hat eine neu-gegründete Mannschaft zu unterstützen und damit den sportlichen Erfolg erst möglich gemacht hat.

Rückblickend auf die vergangene Saison verspüre ich also höchste Zufriedenheit.

Vor welche Herausforderungen wurdet ihr nach der Gründung des Vereins/der Abteilung gestellt, mit welchen habt ihr gerechnet, von welchen wurdet ihr überrascht?

Vor der Gründung bestand der American Football an den Karlsruher Hochschulen aus einer studentischen Mannschaft, die einmal pro Jahr die adh-Open, den Hochschulbowl, bestritt und diesen auch schon einige Male ausgerichtet hat. Nun galt es für uns einen Liga- und Trainingsbetrieb für eine Jugend- und eine Herrenmannschaft sowie eine Flag-Jugend aufzubauen. Diese enorme Herausforderung konnten wir durch viele engagierte Personen in der Abteilungsleitung und akribisches, detailliertes Planen im Vorfeld der Gründung bewältigen. Kleiner Rückschläge hatten wir durchaus, Überraschungen gab es durch die gute Planung jedoch keine.

Wie war die Zusammenarbeit mit der Vereinsleitung des KIT SC und den anderen Abteilungen?

Nicht nur für uns als Abteilung des KIT SC war die Gründung mit viel Arbeit verbunden. Für den gesamten Verein war die Eingliederung einer so großen Abteilung eine enorme Herausforderung. Neben dem großen Mitgliederwachstum mussten die Koordination der Trainings- und Spielstätten sowie die finanziellen Anforderungen, die die ganze Aktion mit sich brachte, bewältigt werden.

Es war daher sehr wichtig, dass uns die Vereinsleitung des KIT SC stets mit Rat und Tat zur Seite stand. Vor allem der sportliche Leiter Dietmar Blicker hat uns durchgängig auch bereits einige Zeit vor der Abteilungsgründung unterstützt und hatte für unsere Anliegen immer ein offenes Ohr. Mit dem sich seit ein paar Monaten im Amt befindenden sehr engagierten stellvertretenden sportlichen Leiter Christian Kleppel sind wir in ständigen Dialog und können dadurch unsere Ideen und Vorstellungen weiter umsetzen.

Mit dem „American Sports Weekend“, welches unser erstes Heimspiel und das letzte Heimspiel der KIT SC Gequos umfasste, haben wir außerdem schon einen ersten Eindruck davon bekommen, wie eine Zusammenarbeit der im KIT SC vertretenen Sportarten aussehen kann. Wir hoffen natürlich auf weitere solcher tollen Events und Aktionen.

Die Mannschaft hatte ja schon einen „harten Kern“ aus sehr erfahrenen Spielern, es sind aber auch sehr viele Neulinge dabei gewesen, die das erste Mal am regulären Ligabetrieb teilgenommen haben. Wie war da das Verhältnis, gab es da eine längere Anpassungsphase, vielleicht zeitweise sogar Reibereien?

Unser Sport ist geprägt von gegenseitiger Unterstützung und wird nicht ohne Grund als der „Ultimative Teamsport“ bezeichnet. Ich habe im Team einen starken Zusammenhalt erlebt; zwischen jungen und älteren, unerfahrenen und erfahrenen und vor allem auch zwischen Studenten und  Nicht-Studenten. Nicht zuletzt haben das Trainingslager, die Minicamps und diverse Mannschaftsaktivitäten außerhalb des Trainings- und Spielfeldes dazu beigetragen, dass sich da eine wirklich toll funktionierende Truppe gebildet hat.

Wie wichtig war es für die Entwicklung der Mannschaft, dass es in jedem Mannschaftsteil bereits erfahrene Spieler gab, die im Training den Ton angeben konnten?

American Football ist ein sehr trainerintensiver Sport. Jeder Mannschaftsteil benötigt einen eigenen Trainer, der Experte auf dieser Spielposition ist. Dadurch war es extrem wichtig, dass erfahrenen Spieler diese Aufgabe angenommen haben. Besonders hervorzuheben ist, dass einige dieser Spielertrainer in der vergangenen Saison noch in der Jugend gespielt haben und direkt diese Verantwortung übernommen und hervorragend gemeistert haben.

Welche Bedeutung hatte es in diesem Zusammenhang auch, mit Robert Kozul, Kay Löhmann und Alexander Walter drei Coaches mit unglaublich großer Erfahrung an Bord zu haben?

Robert, Kay und Walter waren ausgesprochene Glücksgriffe. Durch ihre große Erfahrung konnten sie Stabilität auf ihre jeweiligen Spezialgebiete, die O-Line, die Runningbacks und die Linebacker, bringen. Hier konnten sie aus Neulingen Führungsspieler formen, die dann auch auf und neben dem Platz Verantwortung übernommen haben.

Außerdem haben Sie die hohe Intensität und das hohe Tempo, welches Headcoach Felix Bleimund im Training und im Spiel an den Tag gelegt hat durch engagierte Zusammenarbeit unterstützt und gefördert und dadurch wesentlich zum sportlichen Erfolg beigetragen.

Bei all dem sportlichen Erfolg, den die Mannschaft in dieser Saison hatte, gab es auch mal einen Tiefpunkt, an dem du mit der Situation allgemein oder mit irgendwelchen bestimmten Dingen richtig unzufrieden warst?

Einen Tiefpunkt kann ich keinen ausmachen. Geärgert haben mich verschiedene Dinge, die jedoch meist Vereins-externer Natur waren. So war ich sehr unzufrieden mit der Kommunikation mit dem Football-Verband im Vorfeld der Mannschaftsmeldung für die Saison. Hier wurden bereits unsere Gesprächsversuche zur Meldung der Herren-Mannschaft in der nächst höheren Liga unbegründet abgeblockt. Eine Meldung in der ersten Saison in der Landesliga hätte unsere Spiele für Spieler und Zuschauer sehr viel interessanter gemacht und hätte auch unseren Gegnern etwas Leid erspart.

American Football, dazu auch noch in der untersten Liga, das mobilisiert in Deutschland tatsächlich nicht gerade die Massen. Wie hast du in der abgelaufenen Spielzeit das öffentliche Interesse an der Mannschaft wahrgenommen und was kann der Verein tun, um bei den Heimspielen in der nächsten Saison größere Zuschauerzahlen zu erreichen?

Bei den Zuschauerzahlen ist definitiv noch Luft nach oben. Wir konnten zwar bereits einige Fans über die sozialen Medien mobilisieren, wollen jedoch unsere Präsenz auf dem Campus mit verschiedenen Aktionen und Werbung für den Sport und unsere Mannschaft erhöhen, da wir hier für Football als Universitätssportart einiges an Potential sehen. Mit Events in und um Karlsruhe versuchen wir weiter auf uns aufmerksam zu machen und wollen das wachsende mediale Interesse vor allem rund um den Superbowl für uns nutzen.

Mit Blick auf die nächste Saison: An welchen Dingen, sowohl sportlich als auch organisatorisch, wollen du und die Vereinsleitung noch arbeiten, dass sie in der Zukunft besser funktionieren?

Wir in der Abteilungsleitung aber auch ich persönlich haben noch viele, große Pläne mit denen wir das Footballprogramm und das gesamte Umfeld verbessern wollen. Um diese Pläne umzusetzen müssen wir die anstehenden, teilweise sehr zeitintensiven Aufgaben auf viele Schultern verteilen. Hierfür möchten wir auch vermehrt auf Nicht-Spieler im organisatorischen Bereich setzen, um die Doppelbelastung zu verringern.

Extrem wichtig ist es Unternehmen für das Sponsoring-Konzept des KIT SC sowie für den American Football Sport zu begeistern, denn nur so können wir unsere langfristigen Ziele umsetzen.

Sportlich gilt es vor allem die Jugend auf feste Füße und eine gesunde Kadergröße zu stellen, um in der nächsten Saison in der Regionalliga oben angreifen zu können. Bei den Herren mache ich mir für die kommende Saison um den sportlichen Erfolg keine Sorgen.

Mit freundlicher Genehmigung von Niklas Gauly