Interview mit Kristin Tuxford

In unserem Interview möchten wir uns Kristin Tuxford zuwenden. Tuxford startet derzeit für die MTG Mannheim und konnte in der Leichtathletik auf nationaler Ebene bereits einige Erfolge erzielen.

 

Mittlerweile startest du für die MTG Mannheim. Vorher warst du fünf Jahre für die LG Region
Karlsruhe aktiv und deine Karriere hast du bei der TuS Neureut gestartet. Wie kamst du überhaupt
dazu Leichtathletik zu betreiben?

Zu der Leichtathletik bin ich schon recht früh gekommen. Angefangen hat alles mit den
Schulmeisterschaften der Stadt Karlsruhe, bei denen ich ohne jegliches Training auf Anhieb im Sprint
und im Weitsprung die Bronzemedaille gewonnen habe. Im darauffolgenden Jahr belegte ich dann
zweimal den ersten Platz, worauf meine Eltern entschieden, mich in eine Leichtathletikgruppe zu
schicken, worüber ich heute sehr froh bin.


Du wohnst in Leopoldshafen und startest nun für die MTG Mannheim. Wie kam der Wechsel von
Karlsruhe nach Mannheim zu Stande?

Ausschlaggebend waren für mich sowohl persönliche als auch sportliche Gründe auf die ich nicht
näher eingehen möchte.

Derzeit besuchst du das Otto-Hahn-Gymnasium in Karlsruhe. Wie kommst du mit dem Schulstress
und den vielen Trainingseinheiten zurecht?

Das ist schon nicht immer ganz einfach und erfordert sehr viel Disziplin und auch Zeitmanagement.
Zu dem sehr straffen G-8 Stundenplan kommt auch noch eine lange Fahrtzeit von ca. einer Stunde,
ein Weg, hinzu. Bisher klappt das aber problemlos. Ich bin sowohl mit meinen sportlichen, als auch
meinen schulischen Leistungen sehr zufrieden.

Du hast dich auf den Siebenkampf spezialisiert. Wann und weshalb hast du die Entscheidung
getroffen gleich mehrere Disziplinen auszuüben?


Wettkämpfe im Siebenkampf bestreite ich seit 2011, dem ersten Jahr an dem es möglich war. Ich
würde sagen, dass es an meiner Ausgewogenheit liegt und ich nirgends so richtig schlecht bin, zudem
machen mir alle Disziplinen einfach zu viel Spaß, das ich auf keine wirklich verzichten wollte.
Sicherlich ist das Training sehr intensiv und anstrengend, aber wenn man einen Siebenkampf
erfolgreich beendet hat ist das das schönste Gefühl das man haben kann.

Wie oft trainierst du die Woche? Erzähl uns ein bisschen was über deinen Trainingsalltag.

Das ist unterschiedlich, je nach Trainingsphase. Zum Beispiel habe ich im Winter etwa 5-7
Trainingseinheiten die Woche, während ich in der Wettkampfphase ca. 3-5 mal die Woche trainiere,
da die Wochenenden ja meistens ausgefüllt sind mit Wettkämpfen und ich einen Tag davor und
meistens auch danach Trainingsfrei bekomme um erholt an den Start zu gehen und danach meinen
Körper erst einmal regenerieren zu lassen. Meistens habe ich recht wenig Zeit nach der Schule wenn
ich nachmittags auch Unterricht habe, ich komme nach Hause, esse und fahre dann direkt weiter ins
Training. Hausaufgaben mache ich meistens abends, nach dem Training.


Gerade viele Jugendliche ernähren sich heutzutage hauptsächlich von Fast Food. Beinahe an jeder
Ecke gibt es Burger, Döner oder Pizza. Um erfolgreich Sport zu betreiben, sollte man aber auf diese
Dinge verzichten. Wie sieht dein Ernährungsplan aus? Ist es für dich schwierig zu verzichten oder
gönnst du dir manchmal etwas Ungesundes?


Einen Ernährungsplan habe ich nicht, sicherlich wurde uns nahegelegt manche Dinge nicht all zu oft
zu essen. Aber natürlich gönne ich mir auch Fast Food und andere ungesunde Dinge wenn ich Lust
darauf habe. Jedoch kann ich sagen, dass ich Obst jederzeit Süßigkeiten vorziehe.


Vor kurzem bist du erfolgreich bei den US-Jugendmeisterschaften an den Start gegangen, stehst aber
auch im C-Bundeskader in Deutschland. Buhlen die Verbände bei dir um einen Start oder wie muss
man sich das vorstellen?

Klar hätte der US-Verband Interesse aber mein Internationales Startrecht ist bei Deutschland und das
habe ich auch so kommuniziert.

Deine aktuellen Erfolge lassen tatsächlich auf eine professionelle Laufbahn in der Leichtathletik
hoffen. Wolltest du diesen Schritt schon immer gehen?

Früher sogar noch viel intensiver als heute. Mittlerweile ist die Schule sehr wichtig geworden. Nur
mit einem guten Schulabschluss hat man auch die entsprechende Vielfalt an Möglichkeiten für die
zukünftige Berufswahl, denn Leistungssportler ist man ja auch nicht für immer. Ich kann mir diesen
Schritt aber definitiv vorstellen solange ich noch weiterhin Spaß dabei habe und Verletzungsfrei
bleibe.


Da Leichtathletik im Vergleich zum Fußball zumindest in Deutschland eher eine Randsportart ist es
wohl nicht immer einfach Sponsoren zu finden. Zudem müssen auch die Eltern mitspielen, wenn man
eine erfolgreiche Karriere absolvieren will. Wie siehst du die Situation für junge Leichtathleten/innen
in Deutschland?

Sicherlich haben es andere Sportarten in diesem Sinne deutlich einfacher. Aber ich denke die
Leichtathletik wird hier immer populärer und die Menschen interessieren sich auch für deutsche
Athleten immer mehr. Der Nachwuchs tritt da aber schon eher etwas in den Hintergrund, leider.
Wichtig ist definitiv die Unterstützung der Eltern, ohne die viele Dinge nicht möglich wären z.B auch
den Sport in der gewissen Intensität auszuüben die man benötigt um erfolgreich zu sein.
Ohne Sponsoren und Förderer ist es sehr schwierig Leistungssport zu betreiben. In meinem Fall als
Siebenkämpferin benötige ich wirklich eine große Anzahl von Sport-/ Wettkampfausrüstung sowie
Sportutensilien. Trainingslager, Kaderlehrgänge, Fahrten zu Wettkämpfen etc. müssen ebenfalls
überwiegend selbst getragen werden. Durch mein intensives Trainingspensum und die schulische
Belastung des G8 im Gymnasium ist es mir leider nicht möglich einem Nebenjob nachzugehen. Ich
bin deshalb dankbar für jede Unterstützung die ich erhalte.


Auch wenn Leichtathletik sicherlich ein wichtiger Bestandteil deines Lebens ist, welche Dinge machst
du außerhalb des Trainings und der Schule?

Meine freie Zeit verbringe ich gerne mit Freunden und Familie. Lesen und Musik hören geben mir
den notwendigen Ausgleich zum Stress.

Was wünscht du dir für deine Zukunft?

Ich wünsche mir, dass ich Verletzungsfrei bleibe, den Spaß nicht verliere, mich die Leichtathletik noch
viele schöne Jahre begleitet und noch tolle Erlebnisse schenkt. Besonders würde ich mich über einen
internationalen Start freuen.

 

Sollten sich einige Sponsoren angesprochen fühlen, dann würden wir uns freuen, wenn Ihr Kirstin Tuxford unterstützen würdet: Kontaktaufnahme über partner@kristin.tuxford.de