HC Neuenbürg trotzt Tabellenzweitem

HC Neuenbürg – TV Mannheim/Friedrichsfeld 28:28 (14:10)

Ratlose Gesichter am Ende der Partie. Im Lager der Enztäler wusste man nicht, ob man einem durchaus möglichen Heimsieg nachtrauern oder sich über ein in der Schlussphase erkämpftes Unentschieden freuen sollte.

Co-Trainer Jens Brabec hielt jedenfalls kurz nach dem Schlusspfiff mit seiner Enttäuschung nicht hinter dem Berg, hatte sein Team doch mit bis zu sechs Toren geführt, erneut vier Siebenmeter sowie zahlreiche klare Torchancen versemmelt.

Dennoch präsentierte sich der HC Neuenbürg gegenüber der desaströsen Leistung in Viernheim seinem Publikum wieder mit einem völlig anderen Gesicht und demonstrierte einmal mehr seine Heimstärke. Dabei durfte auch Trainersohn Vedran Dozic nach rund neunmonatiger Krankheitspause einen ordentlichen Einstand feiern.

Die Gastgeber boten in der ersten Halbzeit mit die beste Saisonleistung überhaupt. Insbesondere die Abwehr funktionierte wie selten einmal und ließ unterstützt von einem abermals starken Torhüter Michael Kuhl die Angreifer des Tabellenzweiten ein ums andere Mal verzweifeln. Ein Beleg dafür, dass mit der richtigen Einstellung vieles möglich erscheint.

Hätten die Dozic-Schützlinge derzeit einen sicheren Siebenmeterschützen in ihren Reihen, wäre bei Seitenwechsel eine noch höhere, vielleicht sogar vorentscheidende Führung (14:10) möglich gewesen.

Indem die Gastgeber nach Wiederbeginn jedoch völlig unverständlich ihre Linie verließen, konnten die Quadratestädter bereits in der 38. Minute erstmals den Ausgleich zum 18:18 erzielen und wenig später sogar ihrerseits in Führung gehen. In dieser Phase machte es sich zudem deutlich, dass der HCN aus dem linken Rückraum keinerlei Torgefahr ausstrahlte. Jasmin Dozic saß mit einer Bronchitis auf der Bank und Routinier Robin Cotic lag an diesem Tag völlig daneben.

Dank einer starken kämpferischen Vorstellung sowie drei Treffern des eingewechselten Jan-Hendrik Raupp waren die Enztäler plötzlich wieder im Spiel. Nicht zuletzt auch weil die Abwehr mit dem ins Tor zurück gekehrten Kuhl nun wieder sicherer stand.

In der Schlussphase, wo Jens Brabec unverständlicherweise auf der Bank saß, gelang es dann keinem Team mehr trotz intensiver Bemühungen, die Partie für sich zu entscheiden, was Mannheims Spielertrainer Frank Schmitt zu dem treffenden Resümee bewog: „Wir sind gut bedient. Jede Mannschaft konnte eine Halbzeit für sich verbuchen“.

HCN 2000: Kuhl, Helmle; Vogt (3), Nölle, Cotic, Raupp (3), Weiß (4), Brabec (3), Cullmann (5), Erlenmaier (8/1), Klarmann, V. Dozic (2).
(PZ, Gerd Biesinger)