Gesichtserkennung - nicht mit uns!

Karlsruhe. (ver) - Einige von euch haben es ja vielleicht schon mitbekommen, dass am Sonntag zum Pokal-Spiel des KSC gegen Aachen eine Test-Aktion des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) stattfinden sollte. In diesem Versuch sollte eine neuartige Software zur Gesichtserkennung getestet werden.
Glücklicherweise wurde diese Aktion nun verschoben. Nicht zuletzt weil eine Welle des Protests beim KSC aufschlug und die rechtliche Grundlage dieses Vorhabens gänzlich ungeklärt ist.
 
Doch wie heißt es so schön: aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Und deswegen wollen wir schon im Vorfeld dagegen aktiv werden. Wir als Fandachverband wehren uns entschieden gegen diese Form der Überwachung.
Warum wird diese Technologie ausgerechnet bei Fußball-Fans getestet? Doch sicher deswegen, weil Fußball-Fans überhaupt keine Lobby mehr haben und von den Medien und der Polizei nur zu gern also anonymisierte und vor allem gewaltbereite Masse dargestellt werden.

Da schreit natürlich Otto-Normalverbraucher nach drastischeren Maßnahmen, noch härteren Strafen und besseren Überwachungs-Methoden, egal wie sehr die Grundrechte der Fußball-Fans dadurch mit Füßen getreten werden.

Dazu sehen wir auch die Gefahr, dass dies alles nur der Anfang eines groß angelegten Überwachungs-Netzwerks ist, welches es in naher Zukunft möglich machen könnte, JEDEN freien Menschen an jedem Ort aufzuspüren.

Das klingt vielleicht futuristisch, wie man aber an der KIT-Software erkennen muss, scheint ein derartiges Szenario gar nicht mehr so weit entfernt.

Deshalb wollen wir reagieren. Wir wollen uns dagegen wehren, dass dieses Überwachungs-Werkzeug in unserem Stadion getestet wird, geschweige denn irgendwann zum regulären Einsatz kommt. Wir wollen die Grundrechte eines jeden Fans wahren.

Wir rufen deshalb JEDEN KSC-Fan, der sich an einem Protest gegen diese Art der Kontrolle beteiligen möchte, dazu auf, am Sonntag zum Pokalspiel gegen Aachen einen Pappteller mitzubringen. Im Pappteller sollten zwei Augenlöcher sein und als Mund soll ein schwarzer, gerader Strich dienen. Dies soll sinnbildlich für einen gleichgeschalteten und zu recht gestutzten "Fan" sein,  wie er anscheinend vom Sicherheits-Apparat gewünscht wird.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wird dann im L-Block ein Banner mit der Aufschrift:
"Gesichtserkennung - nicht mit uns" hochgehalten und alle Unterstützer im Stadion werden die Pappteller vors Gesicht halten. Je mehr diese Aktion mitmachen, desto besser. Also bringt alle präparierte Pappteller mit (gerne auch mehr als einen die ihr dann verteilen könnt!).

Des Weiteren planen wir zu diesem Thema eine öffentliche Podiums-Diskussion und werden versuchen Vertreter des Vereins, der Polizei und des Datenschutzes zeitnah an einen Tisch zu bekommen. Infos dazu folgen.

Mit freundlicher Genehmigung von den Supporters Karlsruhe.