ELFSTEDEN ROEIMARATHON 2016 – Zwei Siege mit Karlsruher Beteiligung in der Provinz Friesland (NL)

Karlsruhe. (ver) - Am 6. und 7. Mai 2016 veranstaltete der Leeuwarder Ruderverein Wetterwille seinen ELFSTEDEN ROEIMARATHON. In den Niederlanden zählt er zur längsten, härtesten und bekanntesten Rudermarathon Regatta. 81 Mannschaften mit über 1000 Teilnehmern hatten sich angemeldet, um die 210 km Strecke möglichst schnell mit Doppelzweier+ Gigbooten zu bewältigen. Die Mannschaften müssen mindesten aus 3 und die Staffeln höchstens aus 12 Sportlern zusammengestellt werden. Das Besondere an der Elfstedentocht ist nicht nur die kurven- und brückenreiche Route in der Provinz Friesland (NL), sondern auch der um 20 Uhr beginnende Wettkampf. Die ganze Nacht hindurch darf  bis zum nächsten Tag um 20 Uhr gerudert werden. Wer später ankommt wird zwar mit Musik empfangen und vielleicht mit besonders aufmunterndem Applaus bedacht, kommt aber nicht mehr in die offizielle Wertung.

 

Viele Zuschauer verfolgten den Start in der Leeuwarder Innenstadt, am Prinsentuin. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht, starteten die Ruderboote in kurzen Zeitabständen Richtung Norden nach Dokkum. Auf teils gleicher Strecke führte die Wettkampfroute wieder Richtung Süden, vorbei an der Leeuwarder Froskepôlle nach Sneek, durch das Slotermeer nach Sloten. Die schnellen Boote ruderten bereits in der Morgendämmerung durchs Slotermeer zurück nach Balke. Nächste Etappe, Stavoren am IJselmeer. Von hier führte die Regatta entlang des IJselmeers Richtung Hindeloopen, Workum, Bolsward, Harlingen, Franeker, Berlikum – zum Ziel beim Leeuwarder Ruderverein Wetterwille.

 

Das gut abgestimmte Buiten 6 Team ‚NüBüKleKaKi‘ ruderte zum 6. Mal in Folge zum Sieg! Mit 19:06h unterboten sie ihren 2014 aufgestellten Streckenrekord um satte 22 Minuten.Vom Karlsruher Rheinklub Alemannia saßen die Langstreckenspezialisten Wolfdietrich Jacobs und Gerhard Hoffman (Heimatverein Kitzingen) im Boot - „ich war von Anfang an dabei… und auf die 6er Serie bin ich besonders stolz“, sein strahlendes Statement.

 

Rheinklubmitglied und Marathonhero Matthias Auer (Heimatverein Nürtingen) kämpfte im 12er ‚Mixed‘ Team ‚Cannstatt Boosted‘. Wenn er im Boot sitzt, wird meist vorneweg durchs Ziel gerudert – auch 2016 erkämpfte sich das Team ‚Cannstatt Boosted‘ mit 18:12h Platz 1 (in der Gesamtwertung Platz 2) „…man hätte natürlich ein Zeichen setzen und trotz der schlechteren Rahmenbedingungen einfach schneller sein können…“. Das Cannstatter Team zeigte auf der Froskepôlle dennoch bis in die späte Nacht beste Feierlaune.

 

Schnellstes Boot in der Gesamtwertung 2016 war das Niederländische Team ‚Aengwirden combi‘ der Offene Klasse mit 17:28h.

 

Bei den ‚Modernauten‘ ging es nicht um Meerestiefen – das 12er Team des Karlsruher Rheinklub Alemannia ‚Die Modernauten‘ ruderte in der ‚Tour‘ Kategorie. Das Mehr-Generationen-Team trainierte bereits im Karlsruher Rheinhafen wie man bei vollem Tempo, flach liegend im Boot, unter extrem niedrige Hubbrücken (weniger als 70 cm) durch die schmalen Kanäle von Feucht Friesland rudert. Diverse Technik, GPS, Handy, Signalleuchten, Kompass und konventionelle Karten sollten eine sichere Navigation ermöglichen. Die Staffel erkämpfte sich eine Zeit von 21:47h. Ein sportlicher Erfolg mit viel Spaßfaktor.

 

Der Karlsruher Rheinklub Alemannia brennt bereits jetzt darauf, seine Zelte 2017 wieder auf der schönen Froskepôlle aufzustellen. Vielleicht kann dann eine noch bessere Zeit gerudert werden – und am Ziel lockt wieder eine süße, bunte Torte.

 

Dietmar Kup

 

 

Abb.: Die Modernauten, Foto: Dietmar Kup