BW-Meisterschaften der Aktiven und U20 im Beiertheimer Stadion/Julian Howard springt wieder über die 8,00-Meter-Marke

Karlsruhe. (ver) - Ganz im Zeichen der Baden-Württembergischen Leichtathletik stand am vergangenen Wochenende unser heimisches Stadion in Beiertheim. Bei trockenen, allerdings sehr windigen, teilweise böigen Bedingungen trafen sich mehr als 300 Sportler um ihre Landesmeister zu küren. Dabei waren die einzelnen Disziplinen häufig sehr unterschiedlich bestückt, sodass teils nationale Spitzenleistungen zu sehen waren, manchmal aber auch eher bescheidene Resultate für Treppchenplatzierungen ausreichten.

Aus LGR-Sicht das hochkarätigste Ergebnis am Samstag lieferte D-Kaderathlet Vincent Hobbie, der in seinem ersten MU18-Jahr in der Altersklasse MU20 auf das Podest sprang. Mit den im zweiten Versuch übersprungenen 4,50 Metern verbesserte er – aus seiner Sicht endlich! – den eigenen Hausrekord gleich um 20 Zentimeter und rangiert damit aktuell an vierter Stelle der Deutschen Bestenliste, als Erster seines Jahrgangs.

Bundeskaderathletin Lena Knirsch startete ebenfalls in der höheren WU20-Klasse, verfehlte ihre eigene Bestzeit ganz knapp und belegte in 10:50,65min über 3.000 Meter Rang drei. Eine weitere Bronzemedaille erlief Philipp Neumayer, der bei den Männern die 400 Meter Hürden-Distanz in 57,57sec meisterte.

Sarah Hettich belegt bei den Frauen mit einem mutigen Rennen über 800 Meter Rang fünf und konnte in 2:12,36min ihre erst jüngst aufgestellte Bestzeit nochmals steigern.

Gleichfalls Rang fünf erzielte im Weitsprung der MU20 Zehnkämpfer Stefan Kohler, ebenfalls noch U18, der mit starken 6,65 Metern eine neue PB aufstellte und den ersten Wettkampftag beendete.

Der Sonntag begann dann mit den Rängen 5 und 6 im Speerwerfen der MU20. Wegen großer Anlaufprobleme und des tückischen Windes kam Sven Gausmann nur auf für ihn unbefriedigende 52,41 Meter, und auch der frisch gebackene Abiturient Nils Kruse blieb mit 51,60 Metern ein wenig unter den Erwartungen. Im anschließenden Speerwurfwettbewerb der WU20 schleuderte U18-Bundeskaderathletin Kristin Tuxford das ungewohnt schwere 600g-Wurfgerät auf gute 41,25 Meter und errang damit in dem gut besetzten Feld die Bronzemedaille.

Einen weiteren dritten Rang erreichte Cornelia Moll über die 400 Meter Distanz bei den Frauen. Nach leichten muskulären Problemen meisterte sie die Stadionrunde in 56,31sec und lief damit rund eine Sekunde vor der Viertplatzierten Larissa Kaufmann im Ziel ein. Kaum eine Viertelstunde später sprintete letztere in guten 25,61sec über die 200 Meter-Strecke im Übrigen nochmals auf Platz vier. Einen fünften Rang über die ungewohnt kurzen 1.500 Meter belegte Melina Tränkle auf der von ihr erstmals gelaufenen Strecke in starken 4:36,65min, während Jannik Arbogast dieselbe Distanz bei den Männern mit 3:56,00min und Rang sieben beendete.

Ein eher unerwarteter Titel sprang dann in der 4x100 Meter Staffel der MU20 heraus. Das LGR-Quartett sprintete die Stadionrunde in der Aufstellung Philipp Ziel, Stefan Kohler, Nils Kruse und  Leonidas Hock in guten 43,88sec. Als Fünftplatzierte erreichte unsere zweite Staffel, die mit Denis Zimmermann, Yannick Hornung, Sebastian Krumm und Max Buchmüller nur aus U18-Athleten bestand, in starken 44,34sec die Qualifikationsnorm für die Deutschen Meisterschaften in Rostock. Die Ränge zwei und drei über 4x100 Meter und 4x400 Meter der Männer sowie die Plätze 4 und 6 über die 4x100 Meter der Frauen bzw. der WU20 rundeten die guten Staffelergebnisse ab. Da in der WU20 mit Laura Ziel, Nina Garay, Kristin Tuxford und Meike Anstett nur U18-Athletinnen starteten, wurde auch hier mit 49,64sec die Norm für die DM erfüllt.

Abschluss und aus LGR-Sicht gleichzeitig Höhepunkt der Veranstaltung war schließlich der um eine Stunde nach hinten verschobene Weitsprungwettbewerb der Männer. Hier konnten die um die Sandgrube versammelten Zuschauer die Möglichkeit nutzen, den Acht-Meter-Mann Julian Howard aus nächster Nähe zu bestaunen. Nach einem ersten ungültigen Versuch machte Julian bereits im zweiten mit einer Punktlandung bei der ominösen Acht-Meter-Marke den BW-Meistertitel klar. Im vierten Durchgang steigerte sich Julian sogar auf 8,13 Meter! Schade nur, dass der in diesem Falle zu starke Rückenwind eine Aufnahme der Leistung in die Bestenlisten verhinderte. Dass Julian im fünften Durchgang mit 7,96 Metern nochmals an die Acht-Meter-Marke heransprang, verdeutlichte am Ende nochmals die herausragende Form des sympathischen Bundeskaderathleten, der immer noch Chancen auf einen Start bei der Leichtathletik-WM im Sommer hat. Juniorengala in Mannheim, Deutsche Meisterschaften in Ulm sowie Universiade in Kazan/Russland heißen jetzt erst einmal die Stationen der nächsten Wochen, für die wir Julian ganz fest die Daumen Drücken.

 

Ergebnisse: http://www.ladv.de/ergebnis/datei/12453

 

DLV-Bericht zu Julian Howard: http://www.leichtathletik.de/index.php?NavID=1&SiteID=28&NewsID=43658

 

 

 

Mit freundlicher Genehmigung von Frank Gausmann