Amateursportler im Interview: Ironman Hawaii Finisher Steffen Haak

„Das war mit Abstand das härteste Rennen meines Lebens!“
Steffen Haak

Wie oft hast Du Dich schon für Hawaii qualifiziert?
Ich habe mich schon 4x qualiziert und bin nun das erste mal auch in Hawaii gestartet.

Wie war für Dich das Erlebnis Hawaii?
Gigantisch. Zum einen ist Kona ein verschlafenes Paradies, zum anderen ist da die Anspannung, die bei einer WM in der Luft liegt.

Wie hast Du die Zeit vor dem Wettkampf in Kona verbracht?
Mehr trainiert denn je, fast schon aus Langeweile. In der 2. Woche vor dem Rennen noch fast 20h. Das hat aber wohl ganz gut funktioniert. Sonst Kaffeetrinken im Lava Java, mit anderen Athleten chatten und viel Schlafen...

Wie ging´s Dir beim Schwimmen im Salzwasser?
Die Sicht im klaren Wasser ist supertoll - viele Fische und sogar Schildkröten und Delphine. Das Salz ist natürlich gewöhnungsbedürftig, am Anfang wird einem schlecht davon.

Wie war der Radsplit, wird viel Windschatten gefahren?
Auf dem Rad ging´s von Anfang an sehr gut. Die letzten 20km Richtung Hawi zum Wendepunkt (90km) waren sehr hart, weil's bergauf ging und sehr starker Gegenwind war. Die Fahrweise der Athleten war sehr fair - weil die Kampfrichter sehr streng sind... Insgesamt um Lichtjahre besser als in Zürich oder Frankfurt.

Und die Laufstrecke, wie ging´s Dir?
Die Laufstrecke ist brutalst. Gerade durch den Wind und die Hitze auf dem Rad, steigt man schon dreimal kaputter vom Rad. Es waren angeblich 36°C und die Sonne brannte unerlässlich. Zudem ist man auf weiten Strecken recht einsam auf dem Highway unterwegs, der auch noch ein paar Höhenmeter hat. Es war so heiß wie wohl schon länger nicht mehr in Hawaii. Die üblichen Wolken, die ab Mittag für Schatten sorgen, kamen nicht. So war das ganze Rennen in der prallen Sonne. So viel Eis und Wasser habe ich noch nie über mich geschüttet... Der Wind war dafür eher mäßig, wenn auch trotz allem noch genug davon vorhanden war. Ich hatte eigentlich keinen km, wo es mal leicht ging, anders als in Zürich/Frankfurt, wo oft die ersten 15-20km noch recht locker gingen. Vielen anderen ging es noch schlechter, auch den entgegenkommenden Profis sah man die Qualen schon von Anfang an. Überholen motiviert einen dann schon.

Was ist das besondere an dem Rennen? (Der Streckenverlauf ist ja recht öde...)
Die Insel ist trotz der kargen Lava superschön. Kona ist ein traumhafter Ort. Es sind die besten der besten am Start. Das Schwimmen im klaren Wasser ist super.

Was würdest Du das nächste mal anders machen?
Nicht viel - versuchen schneller zu sein!