1. BSC Pforzheim - Rote Erde Hamm / Es war eine tolle Erfahrung

Insgeheim hatten sie auf eine Pokal-Überraschung gehofft. Am Ende mussten sich die Wasserballer des 1. BSC Pforzheim dem großen Favoriten SC Rote Erde Hamm aber deutlich mit 4:16 geschlagen geben.

„Die waren für uns einfach eine Nummer zu groß“, meint BSC-Trainer Armin Reisert nach dem Erstrunden-Aus im deutschen Pokalwettbewerb. „Aber das macht nichts, für uns war es eine tolle Erfahrung.“

Dabei kamen auch die rund 150 Zuschauer im Pforzheimer Emma-Jaeger-Bad auf ihre Kosten. Zwar sahen sie nur vier BSC-Treffer durch Marcel Schneider (2), Martin Unsöld und Mario Höckele, doch wann kommt man schon mal in den Genuss, einen großen Traditionsverein in der Goldstadt zu sehen. Die Zuschauer machten jedenfalls kräftig Stimmung. Unter ihnen auch Bürgermeister Alexander Uhlig und weitere Rathaus-Mitglieder. Doch bevor es im Becken so richtig zur Sache ging, wurde erst einmal der ehemalige BSC-Trainer Klaus Gutscher nach drei Jahren am Beckenrand in Pforzheim verabschiedet. BSC-Vorsitzender Roman Gründer lobte die tolle Arbeit Gutschers und überreichte ihm einen gut gefüllten Geschenkkorb.

Blutige Zweikämpfe

Mit Nettigkeiten war es dann aber auch vorbei. Nach dem Schlachtruf der Einheimischen „Gegner und Schiedsrichter – patschnass“ wurde im Wasser um jeden Zentimeter gekämpft. Die Oberliga-Wasserballer bekamen jedoch schnell ihre Grenzen aufgezeigt. Der Zweitligist spielte einfach zu abgezockt. „Die waren stets einen Tick schneller und haben jeden Fehler von uns eiskalt ausgenutzt“, nennt Reisert den größten Unterschied. Hinzu kam, dass Mitte des zweiten Drittels Stefan Sachs und Kevin Schneider jeweils ihr drittes Foul begangen hatten und sie damit frühzeitig duschen gehen durften. Fast zum gleichen Zeitpunkt schied auch Lars Kaiser verletzt aus. Sein Gegenspieler hatte ihm beim Zweikampf das Knie ins Gesicht gerammt. Lars Kaiser musste mit aufgeplatzter Lippe ins Krankenhaus und wurde dort mit acht Stichen genäht. „Von da an war das Spiel für uns gelaufen“, sagt Armin Reisert. „Die Ausfälle konnten wir nicht kompensieren.“

Sonderlob für Torhüter

In den letzten beiden Viertel (1:6, 1:3) zog sich seine Mannschaft in die Defensive zurück und besann sich auf Schadensbegrenzung. Dabei konnte sich vor allem Victor Kromar auszeichnen. Der BSC-Schlussmann brachte mit tollen Reflexen die Hammer zur Verzweiflung. „Er ist über sich hinausgewachsen“, spricht ihm sein Trainer ein Sonderlob aus.

Was nehmen die Pforzheimer, die nur wegen der Absage eines OstKlubs in den Pokal gerutscht waren, nun mit aus dem Spiel gegen den „1. FC Nürnberg des Wasserballs“ (Armin Reisert)? „Wir haben gesehen, dass wir mit unserem Konzept auf dem richtigen Weg sind. Unter anderem konnten wir einige Standards abrufen“, ist der Trainer zufrieden.

Auf seine Jungs warte aber auch noch viel Arbeit in der Vorbereitung, meint er. „Die nächsten vier Wochen werden knallhart.“ Schließlich wolle man ja auch topfit in die neue Oberliga-Runde starten. Wann diese beginnt, steht noch nicht fest. Eines ist jedoch schon sicher: „Unser Ziel ist ein Platz im gesicherten Mittelfeld“, sagt Armin Reisert.

Quelle: www.erster-bsc-pforzheim.de , Text PZ : mit Genehmigung Roman Gründer